Forwarddarlehen

Wer zu einem früheren Zeitpunkt ein Bankdarlehen für eine Baufinanzierung aufgenommen hat und dieses von lange Jahre zurück zahlen muss, kann sich bisweilen ärgern.

Denn: Üblicherweise wurde beim Abschluss der Baufinanzierung ein Festzins vereinbart, der über die gesamte Laufzeit garantiert wird. Auf dem Finanzmarkt schwanken die Kurse jedoch hoch und runter, liegt der Zinssatz dann besonders günstig, ärgert sich so manch ein Bauherr über seine vermeintlich schlechten Konditionen.

Forwarddarlehen Eigenschaften und Bedingungen

Mit den Entwicklungen am Finanzmarkt schwankt auch der Leitzins der Europäischen Union und in Folge dessen verändern sich die Zinssätze und Konditionen vieler Baufinanzierungen, die sich daran orientieren. Mal steigen sie, mal sinken sie wieder ab. In einigen Fällen könnte der Darlehensnehmer von günstigeren Konditionen deutlich profitieren.

Wäre da nicht das bestehende Darlehen. Um sich aktuell günstige Zinsen für die Zukunft zu sichern, kann man ein so genanntes Forwarddarlehen bei der Hausbank oder anderen Kreditinstituten abschließen. Oftmals wird ein solches Forwarddarlehen dann vereinbart, wenn das Ende eines bestehenden Darlehens in naher Zukunft abzusehen ist und eine Anschlussfinanzierung stattfinden soll.


Das ermöglichen die besonders günstigen Eigenschaften eines Forwarddarlehens: Die Vorlaufzeit kann bis zu 60 Monate ausgedehnt werden, ohne dass der Darlehensnehmer in dieser Zeit Bereitstellungsgebühren oder Zinsen an die Bank zahlen muss. Erst, wenn der bestehende Kredit ausläuft und die festgelegte Vorlaufzeit des Forward Darlehens verstrichen ist, fallen Kosten an. Ist also das Ende des aktuellen Darlehens in wenigen Monaten absehbar und die Zinssatz günstig, lohnt es sich über den Abschluss eines Forwarddarlehens nachzudenken.

Denn mit dem zuvor festgelegten Festzins schließt der Bauherr oder Eigenheimbesitzer auch erfolgreich das Risiko steigender Zinssätze aus. Er profitiert jedoch nicht, wenn die Zinsen weiterhin sinken. Bei einem Forwarddarlehen handelt es sich im Allgemeinen um ein herkömmliches Annuitätendarlehen, dessen Höhe sich aus der Restschuld des bestehenden Darlehens ergibt.

Die Organisation, sofern ein Bankenwechsel vorgenommen werden soll, wird in der Regel von den Kreditinstituten abgewickelt und auch die Erneuerung des Grundbucheintrags wird automatisch veranlasst.

Wann sollte man ein Forwarddarlehen abschließen?

Der Abschluss eines Forwarddarlehens zur Anschlussfinanzierung der Baukredits ist insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen besonders lohnenswert.

Immobilienbesitzer können dann oftmals die Tilgungsrate erhöhen und somit ihre restliche Darlehensschuld innerhalb kurzer Zeit zurückzahlen.

Im Voraus planen ist daher zu empfehlen. Ist das Ende des bestehenden Darlehens in Aussicht, ist es sinnvoll über die Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung mittels Forwarddarlehen Gedanken zu machen.

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