Aktiensplit

Ein Aktiensplit teilt eine Aktie gemäß einem festgelegten Split-Verhältnis in mehrere individuelle Aktien. Der Börsenkurs wird zum Stichtag rechnerisch auf die neuen Aktien umgelegt.

Die Gesamtanzahl der sich im Umlauf befindlichen Unternehmensanteile steigt, die Höhe des Aktienkapitals bleibt unangetastet. Einige Wertpapiere erreichen im Laufe der Jahre ein konstant hohes Kursniveau und werden als hochpreisige Aktien kaum noch gehandelt.

Mit dem optisch reduzierten Aktienkurs strebt die Aktiengesellschaft ein größeres Handelsvolumen sowie eine breit gefächerte Aktionärsstruktur an.

Wie funktioniert ein Aktiensplit?

Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine im Aktiengesetz geregelte Satzungsänderung, da der Nenn- beziehungsweise Stückbetrag der Aktie umgestellt werden soll. Eine Abstimmung in der Hauptversammlung ist erforderlich.

Für die Zustimmung reicht eine einfache Mehrheit aus, solange sich kein Rechtsnachteil für alle Anteilseigner ergeben würde. Anschließend setzt ein Bankenkonsortium den Aktiensplit um. Aktionäre der betroffenen Wertpapiere erhalten kostenlos im Depot die alten Aktien aus- und die neuen Aktien eingebucht.


Die WKN sowie die ISIN ändern sich nicht. Die Banken stellen den Depotinhabern detaillierte Informationen sowie die Abrechnung über den Aktiensplit zu.

Vorteile eines Aktiensplit

Die Bezeichnung „Ausgabe von Gratisaktien“ im Zusammenhang mit Aktiensplits ist irreführend, da der Split den Gesamtkurswert der gehaltenen Aktien unberührt lässt.

Der Vorteil für Anleger sowie die Aktiengesellschaft liegt in der erwarteten steigenden Marktnachfrage, die allein durch die optische Kursreduzierung erfolgen kann. Der Aktionär hat drei Handlungsoptionen, um vom Aktiensplit zu profitieren.

Die erste Option wäre, in Erwartung eines steigenden Börsenkurses zunächst nichts zu tun. Die zweite Möglichkeit bestände darin, den bestehenden Aktienbestand zu reduzieren, da Teilverkäufe durch die kleinere Stückelung erleichtert werden. Drittens könnte das Aktienportfolio aufgestockt werden, da eine einzelne Aktie preisgünstiger geworden ist.

Aktiensplit – ein Beispiel aus der Börsenwelt

Das im TecDAX gelistete IT-Unternehmen Bechtle hat im Jahr 2017 die Aktien aufgeteilt.

Vor dem Aktiensplit kostete eine Bechtle-Aktie zwischen 120 Euro und 140 Euro. Die Aktiengesellschaft hoffte auf mehr Kleinaktionäre, wenn eine Aktie zwischen 60 Euro und 70 Euro zu erwerben wäre.

Das Umtauschverhältnis war 1:2, eine alte Aktie für zwei neue. Anleger, die beispielsweise 50 Aktien im Portfolio hielten, bekamen 50 sogenannte Gratisaktien hinzu. Aus 50 Aktien zu einem Kurs von 120 Euro (Kurswert 6.000 Euro) wurden 100 Aktien zu einem Kurs von 60 Euro (Kurswert 6.000 Euro). Der Bechtle-Aktienkurs entwickelte nach dem rechnerischen Minus wieder einen Aufwärtstrend.

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