Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft ist eine Wirtschaftsordnung, bei der der Wirtschaftsablauf nicht zentral geplant (Planwirtschaft), sondern dezentral über Märkte koordiniert wird. Das entscheidende Koordinierungsinstrument sind dabei die Preise, die sich auf Märkten mit freiem Wettbewerb aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ergeben.

Ihre Höhe signalisiert den Anbietern die Nachfragepräferenzen der Käufer, nach denen sie ihre Produktion ausrichten. Verkauft sich z. B. ein neu eingeführtes Produkt trotz eines hohen Preises sehr gut, so werden auch andere Unternehmen dieses anbieten, wodurch sich das Angebot erhöht und der Preis bei gleich bleibender Nachfrage sinkt.

Gesamtwirtschaftlich gesehen, tritt dadurch ein Selbststeuerungsprozess des Wirtschaftsablaufs ein, der automatisch zu einer effizienten Lenkung der Ressourcen führt. Zu den Voraussetzungen einer Marktwirtschaft zählen, dass das Privateigentum gesichert ist, die Individuen ihre Wirtschaftspläne frei entwickeln können und dass auf den Märkten ein freier Wettbewerb herrscht.

Der Staat ist daher gefordert, die Marktwirtschaft in eine rechtliche Rahmenordnung einzubinden, die auch eine Wettbewerbsordnung umfasst. Darüber hinaus werden in den meisten Ländern sozialstaatliche Korrekturen und Beeinflussungen des Marktprozesses praktiziert, da die Marktwirtschaft weder soziale Gerechtigkeit noch die soziale Sicherung der Individuen gewährleisten kann.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Marktwirtschaft an das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes gebunden. Eine derartig regulierte Marktwirtschaft wird als soziale Marktwirtschaft bezeichnet.

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