Bad Bank

Bad Bank bedeutet direkt übersetzt „schlechte Bank“. Sie selbst wirtschaftet aber nicht katastrophal oder gar illegal.

Der Zweck einer Bad Bank besteht einzig in der Abwicklung von nicht einlösbaren Kreditforderungen sowie der Entsorgung sogenannter toxischer Wertpapiere eines anderen in Schwierigkeiten geratenen Kreditinstituts.

Sowohl das vom Zahlungsausfall bedrohte Geldinstitut als auch die Kunden und Aktionäre werden vor den Konsequenzen einer Bankeninsolvenz geschützt.

Die Bad Bank übernimmt das Risiko für die in Notlage geratenen Bank

Die gefährdete Bank überträgt alle „faulen“ Papiere aus früheren Geschäftstätigkeiten an die Bad Bank. Der Vorteil ist, dass sie weniger Eigenkapital zur Deckung notleidender Kredite aufbringen muss. Die Bilanz wird bereinigt, es entsteht eine „gute“ Bank.

Die Bad Bank widmet sich im nächsten Schritt dem Verkauf aller Positionen, für die sich risikobereite Investoren finden. Die restlichen unverkäuflichen Wertpapiere werden als Verluste ausgebucht. Das Konzept funktioniert allerdings nur bei einer entsprechenden Haftung mittels eines Einlagensicherungsfonds, beispielsweise der zugehörigen Bankengruppe. Bei einer gravierenden Gefahr für die Stabilität der Gesamtwirtschaft greift auch mal der Staat in Form von Bürgschaften ein.

Vertrauen in die Finanzmärkte ist wichtig für eine intakte Marktwirtschaft

Die Zuversicht ist ein wichtiger psychologischer Effekt, der Krisensituationen stabilisiert. Märkte erholen sich wieder, sobald Investoren von zukünftigen Gewinnen ausgehen. Die regelmäßige Einrichtung von Bad Banks zur Abwälzung unprofitabler Geschäftsaktivitäten würde das Vertrauen der Sparer und Anleger in Banken auf Dauer zerstören.

Deshalb sollten Abwicklungsinstitutionen nicht zur Manipulation von Bilanzen verwendet werden. Die Folgen wären die Förderung von verantwortungslosem Umgang mit Marktrisiken, riskante Geschäftsmodelle sowie Korruption. Dies hätte fatale Auswirkungen auf die wirtschaftliche und politische Situation des Landes.

Der Staat als Bürge – Beispiel Hypo Real Estate (HRE)

Vor Jahren verkalkulierte sich die Hypo Real Estate (HRE) so gewaltig mit Immobilien, Bauprojekten sowie toxischen Wertpapieren, dass der damalige Finanzminister Steinbrück sie mitten in der Bankenkrise 2008 verstaatlichte.

Als Nachfolgeinstitut formierte sich die Deutsche Pfandbriefbank, deren Hauptaktionär noch immer der Bund ist. Es erfolgte die Gründung der Bad Bank FMS Wertmanagement als eine wirtschaftlich selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie übernahm rund 330 Milliarden Euro Altlasten.

Letztendlich bürgten die deutschen Steuerzahler. Der Bankrott einer Bank bringt weitere Marktteilnehmer in Bedrängnis. Ein schwerwiegender Schaden für die deutsche Wirtschaft konnte abgewendet werden. Das Abwicklungsinstitut hat zwischenzeitlich viele „faule“ Wertpapiere im Zuge der wirtschaftlichen Erholungsphase gewinnbringend veräußert. Spätestens 20 Jahre nach der Gründung wird die Bad Bank selbst abgewickelt.

 

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